Ehmkenhagen

Der Ortsteil Ehmkenhagen gehört zu den sogenannten Hagendörfern – also Siedlungen, die auf gerodetem Waldland entstanden. Der Ortsname weist mit seiner Endung „-hagen“ genau darauf hin. 1310 wurde „Emkenhagen“ erstmals urkundlich erwähnt und damals nach Culrade (Kuhlrade) eingepfarrt.

 

Später wurde Ehmkenhagen zu einem Klostergut des Jungfrauenklosters Ribnitz und gehörte kirchlich zum Kirchspiel Kuhlrade. Um 1898 lebten im Klostergut 13 Tagelöhner des damaligen Klosterpächters Paul Bade, insgesamt zählte der Ort 50 Erwachsene und 30 Kinder. Die Kinder besuchten die Schule im benachbarten Kuhlrade.


Das Gutshaus mit den dazugehörigen Stallungen und Wirtschaftsgebäuden prägte über Jahrzehnte hinweg das Ortsbild. Die Arbeit der Tagelöhner war schwer. Während der Erntezeit kamen regelmäßig bis zu 20 Schnitter aus Polen ins Dorf – eingesetzt für die Pflege und Ernte von Rüben, Getreide, Heu, Kartoffeln und anderem Feldgemüse.


Zwischen 1946 und 1949 wurden viele der Wirtschaftsgebäude wie Kuhställe und Scheunen bereits abgerissen. Am 30. Dezember 1952 wurde im Haus der Familie Karl Reuter die LPG Typ I „Vorwärts“ gegründet. Bis 1955 wuchs sie deutlich an – auch verlassene Bauernhöfe wurden in die gemeinschaftliche Bewirtschaftung integriert.


Für viele Umsiedlerfrauen, häufig Kriegswitwen mit mehreren Kindern, die unter schwierigen Bedingungen bei Bauern wohnten und arbeiteten, verbesserten sich die Lebensverhältnisse durch die Mitgliedschaft in der LPG erheblich. Sie erhielten kleine Ställe und Vieh, konnten sich selbst mit Milch und Fleisch versorgen und Schweine zur Schlachtung und Vermarktung halten.


Am 1. September 1956 wurde im ehemaligen Gutshaus ein Lehrlingswohnheim eingerichtet. Dort lebten und lernten etwa 25 bis 30 Jugendliche, viele mit Schulabschlüssen zwischen 6. und 12. Klasse. Sie bewirtschafteten eigene Flächen, arbeiteten mit Gespannen, machten ihre Fahrerlaubnis und absolvierten Ausbildungen als (Teil-)Facharbeiter in Feldwirtschaft, Rinder- oder Schweinezucht.


In den 1980er Jahren lebten 128 Einwohner in Ehmkenhagen. Es gab eine Lebensmittelverkaufsstelle, eine Poststelle, einen Kulturraum, einen Abkalbstall und einen Kälberstall.


Nach der Wende veränderte sich auch in Ehmkenhagen vieles: Die Verkaufsstelle wurde geschlossen, Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gingen zurück. Dafür entstanden Eigenheime, und viele bestehende Häuser wurden saniert und verschönert.