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Alt Guthendorf

Vorschaubild Alt Guthendorf
Vorstellung

Alt Guthendorf wurde 1210 erstmals als „Guthendorp“ erwähnt. In einer Urkunde von 1371, in der Herzog Albrecht von Mecklenburg mehrere Orte an den Schweriner Bischof verpfändete, tauchen „Guthendorpe“ (Alt Guthendorf), „Nigen Guthendorpe“ (Neu Guthendorf) und „Brunestorpe“ auf. Die wechselnden Endungen „-dorf“ und „-torf“ gehen nicht auf Torfabbau zurück, sondern vermutlich auf regionale Aussprachen deutscher Siedler.


1576 gehörte Alt Guthendorf den Junkern Curt und Joachim von Zeppelin, entfernt verwandt mit dem bekannten Luftschiffbauer. Vor 1794 war ein Herr von Hoben Eigentümer, bevor Christian Ernst Friedrich von Vogelsang beide Dörfer erwarb. 

31 Einwohner

  • Herberge „Nussbaumhof“ 

  • Gutshof Alt Guthendorf“ 


Vogelsang, eine führende Persönlichkeit der mecklenburgischen Ritterschaft, verstarb 1821. Sein Grab auf dem Friedhof der Marlower Kirche war mit einer aufwändig beschrifteten Grabplatte versehen, die laut Überlieferung 100 Jahre lang nicht entfernt werden durfte. Sie blieb erhalten, während andere Grabsteine im 19. Jahrhundert entfernt wurden. Noch bis in die 1980er-Jahre war die Platte an der Südwand der Kirche zu sehen. Da Vogelsang kinderlos starb, kursierten Vermutungen über einen Schatz in seinem Grab.


Nach seinem Tod erbte sein Bruder, Oberstleutnant Gustav Casimir Hardenatz von Vogelsang, das Gut. Dessen Söhne übernahmen je ein Dorf. Laut Marlower Schulordnung von 1855 gehörten die Bewohner des Gutes Guthendorf zur Schulgemeinde der Stadt.


Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Sanitz–Tribsees im Jahr 1895 entstanden mehrere Feldbahnen. Eine davon führte von Alt Guthendorf über Brunstorf und Wöpkendorf zum Bahnhof Dettmannsdorf-Kölzow. Zeitweise erwog man, diese Strecke bis Marlow zu verlängern und für den Personenverkehr zu nutzen.


Heute prägt das liebevoll rekonstruierte Gutshaus der Familie Topp das Ortsbild. Alt Guthendorf zeigt sich mit typischen mecklenburgischen Gebäuden wie Stallungen und Tagelöhnerkaten sowie einer noch mit historischem Pflaster versehenen Hauptdurchfahrtsstraße als authentisches Dorfensemble.

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